Die Ganzglasecke

Besondere Panorama-Ecken aus Glas

Eine Verglasung über den Eckbereich eines Gebäudes ohne Pfosten wird als Ganzglasecke bezeichnet. In architektonischen Modellen wird damit eine scheinbar völlige Durchsichtigkeit suggeriert. So richtig lohnen sich diese Verglasungen natürlich erst ab einer gewissen Fläche. Sie sollten sich also einen geeigneten Platz und eine geeignete Ausführung für eine Glasecke aussuchen, um die Vorteile der Transparenz und des gestalterischen Elements gegenüber den Nachteilen der Kosten und Bauphysik überwiegen zu lassen.

Die Verklebung von Glas erfolgt flächig mittels Silikonverklebung im Structural-Glazing-System. Die statisch wirksame Verklebung muss diese für Eckausbildungen separat nachgewiesen werden. Außerdem entstehen durch Ganzglasecken öfter Wärmebrücken: Diese können nur mit einem dichtstoffreichen Falzraum reduziert werden. Der Dampfdruckausgleich ist entscheidend, um das Bilden von Kondensat zu vermeiden. Zu einer verringerten Wärmedurchlässigkeit führt die vollständige Silikonfüllung der Eckfugen. Die freie Glaskante erfordert einen UV-beständigen Randverbund, der keine Argonfüllung im Isolierglas enthalten kann. Beachten Sie: Dies bedeutet einen höheren Ug-Wert der Verglasung, also eine schwächere Wärmedämmung.

Architektur ermöglicht individuelle Durchsicht

Für jeden Architekten ist eine Glasfläche über Eck ein besonderes Highlight: Denn diese stellt nicht nur ein besonders modernes optisches Detail dar, sondern kann mit entsprechendem Isolierglas auch hohen Anforderungen an Energieeffizienz, Lichttransmission und Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) gerecht werden. Isoliergläser sind speziell dazu entwickelt, bei niedrigem Preis maximale Qualität an Wärmeschutz zu liefern. So ermöglicht jedes Fenster und sein Glas einen Blick durch die Glasecke bei absolut effizienter Energieverwaltung.

Zusätzlich sollten Sie bei Ihren Scheiben der Glasecke an den Sonnenschutz denken: Der Einsatz von Sonnenschutzglas integriert Blend- und Überhitzungsschutz und steigert den Komfort Ihrer Fenster deutlich.

Bemessung von Glasecken – die energetische Lösung

Im Vergleich zu den einzelnen Seiten einer Fassade treten in Gebäudeecken erhöhte Windsogspitzen auf. Laut der DIN 1055 erstreckt sich ein Eckbereich eines Gebäudes über 1,00 m bis 2,00 m. Damit übertrifft die Windsogspitze die Winddrucklast um das Doppelte und ist entscheidend für die Bemessung der Glasscheiben.

Bei vorgehängten und hinterlüfteten Fassaden kann durch Maßnahmen, wie z.B. der Versperrung im Zwischenraum, eine Verringerung der Windsoglasten erzielt werden. Im Eckbereich sollten Fugen wiederum so ausgelegt sein, dass Verformungen der Eckscheiben durch den Fugendichtstoff aufgenommen werden können.

Sehr komplex hingegen sind Ganzglasecken mit Dreifach-Isolierglas: Hier ist in vielerlei Hinsicht auf die Konstruktion, Energieeffizienz und die bauphysikalischen Aspekte zu achten. Die grundlegenden Anforderungen sind die Gebrauchstauglichkeit, die Dauerhaftigkeit und Standsicherheit einer Konstruktion.  Dies gilt für Verglasungssysteme allgemein. 

Dauerhaftigkeit: Folgende Einflüsse sollten vermieden werden:

  • Andauernde Feuchtigkeit auf dem Randverbund
  • Zu hohe und ständige UV-Strahlung ohne Entgegenwirkung
  • Unzulässige mechanische Spannungen
  • Unverträgliche Materialien

Alle weiteren verbindlichen Richtlinien sind durch die DIN 18008 der Glasabdichtung und Falzausbildung, TRL und TRAV geregelt.

Standsicherheit der Konstruktion: Ein Verglasungssystem muss für die geplanten Lasten geeignet sein. Die wichtigsten sind:

Klimalasten aus dem SZR (Scheibenzwischenraum), Eigengewicht, Windsoglast und Winddruck.

Somit sind die Anforderungen an die Glasabdichtung relativ hoch und die freie Glaskante der Ganzglaseckkonstruktion nimmt den entscheidenden Einfluss auf die Sicherheit der Konstruktion.

Wärmetechnische Anforderungen:
Ganzglasecken bilden eine geometrische Wärmebrücke – somit bilden Isolierglasecken oder Isolierglasstoßfugen immer eine wärmetechnische Schwachstelle. Das macht Tauwasserbildung wahrscheinlich, besonders bei kalten Außenwitterungen.

Für Architekten und Handwerker ist es also eine erforderliche Pflicht, den Nutzer auf eine hohe Wahrscheinlichkeit der Tauwasserbildung hinzuweisen.

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